GESCHICHTE
AMURT/EL wurde im Dezember 1999 in Venezuela aktiv, nachdem schwere Regenfälle im Dezember 1999 zu Erdrutschen und Überflutungen geführt hatten. Mit der Hilfe von AMURT Schweiz begann die Arbeit mit den Flutopfern von Barlovento, einer Region in dem Staat Miranda ca. 2 Stunden östlich von Caracas, mit der Verteilung von Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medizin. Aufgrund der chronischen Armut der Menschen in dieser Gegend beschloss AMURT/EL ein langfristiges Projekt zu eröffnen. Es kaufte 3,5 Hektar Land und baute ein Gemeindezentrum, um den verarmten Dorfbewohnern der umliegenden Gegend zu helfen.

ZIEL DES AMURT/EL ZENTRUMS IN BARLOVENTO
Der Zweck des AMURT/EL Zentrums ist es, ein Zentrum sowohl für die individuelle Veränderung als auch für die Veränderung der Gemeinschaft zu sein. Deshalb unterstützt und befähigt es die lokale Bevölkerung in Projekten zur Entwicklung der Gemeinde und der Persönlichkeit. Diese Projekte konzentrieren sich auch Einkommenserzielung, Ausbildung sowie kulturelle und soziale Bereicherung.
DAS PROBLEM /DIE SITUATION VOR ORT
Barlovento wird von Venezolanern bewohnt, deren Vorfahren als Sklaven für die Kakaoplantagen aus Afrika nach Südamerika gebracht wurden. Aufgrund der jahrhundertelangen Diskriminierung und der Vernachlässigung durch die Regierung, sind die Menschen schlecht ausgebildet, haben ein geringes Selbstbewusstsein und wenige Arbeitsmöglichkeiten. Die Mehrheit fühlt sich hilflos und nicht im Stande, ihre Lebenssituation zu verbessern. Als Folge davon sind Alkoholabhängigkeit, Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt und Kriminalität weit verbreitet.
BISHERIGE ARBEIT
Beispiele der bisherigen Tätigkeit:
Anfang des Jahres 2000, verteilte AMURTEL Trinkwasser, Nahrungsmittel, Kleidung, Öfen, Matratzen und Saatgut an die Flutopfer in ca. 20 Dörfern. Außerdem wurden medizinische Versorgungszelte organisiert.
AMURTEL hat eine Vertrauensbasis zu den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in fünf Dörfern aufgebaut, in dem zweimal im Jahr in jeder Gemeinde Feste zum Tag der Kinder und zu Weihnachten mit Theater, Spielen und kulturellen Aktivitäten organisiert wurden.
Unter dem Titel "Youth in Action" wurden Sport- und Kulturprogramme für Jugendliche entwickelt.
Jugendlichen, die die Schule abgebrochen haben, wurde finanzielle und materielle Unterstützung gegeben, damit sie ihre Ausbildung fortsetzen konnten.
Pädagogische Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche wurden organisiert.
Koch- und Lebensmittelverarbeitungskurse wurden angeboten.
Eine Nähgemeinschaft, die aus fünf Frauen besteht, wurde im Zentrum mit industriellen Nähmaschinen gegründet.
Eine Imkerei mit 20 Bienenstöcken wurde ins Leben gerufen.

Ein Vorleseprojekt wächst schnell. AMURTEL leiht Bücher an Mütter und Väter aus, die sie täglich ihren kleinen Kindern vorlesen.
Die nötigen Finanzmittel wurden bereitgestellt, um einer Gruppe von Teenagern und jungen Erwachsenen aus dem Ort La Guairita beizubringen, wie sie ihre eigenen, traditionell afrikanischen Trommeln herstellen und spielen.
Das AMURT/EL Gemeindezentrum stellte für eine Woche Unterkünfte für 40 Frauen und Kinder zur Verfügung, die Opfer der Flut im Februar 2005 wurden, die auch das Zentrum betraf.
AKTUELLE PROJEKTE, DIE FINANZIELLE UNTERSTUETZUNG BENOETIGEN
Das Vorleseprogramm: Das Zentrum verleiht regelmäßig Kinderbücher an die Eltern aus La Guairita und Madre Vieja, um ihren kleinen Kindern vorzulesen. Damit soll das Lesen und Schreiben gefördert, Werte vermittelt und positive Aktivitäten zwischen Eltern und Kindern geschaffen werden.
Geld wird außerdem für Workshops über die richtige Erziehung für Eltern, für Kinderbücher und andere derartige Materialien benötigt sowie für die Bezahlung eines Vollzeit beschäftigten Praktikanten, um das Projekt auf andere Dörfer auszuweiten.

Persönlichkeitstrainings für Teenagers und Erwachsene: Dieses Programm soll den Leuten helfen, sich bewusst zu werden, dass sie, trotz widriger und manchmal traumatischer Lebensumstände, die durch Armut, Gewalt und Diskriminierung bedingt sind, die Kraft haben, sich selbst zu verändern und zu lernen, all ihre Möglichkeiten zu nutzen. Wir planen Gruppen- und Einzelsitzungen, Konfliktlösungstrainings, Camps für Jugendliche, in denen Yoga und Meditation angeboten werden, Führungstrainings und Trainings in allgemein nützlichen Fähigkeiten.
Weiterhin werden Gelder für den Transport benötigt, um Ausflüge und Klausurtagungen zu organisieren, für Workshops sowie für einen Kurs, um den Direktor des Zentrums in psychologischer Beratung auszubilden.

Schulabschlusskurs: Das Zentrum bezahlt das Schuldgeld für drei junge Mütter, die ihren Schulabschluss machen wollen, aber keine Möglichkeit haben, in die Förderprogramme der Regierung zu kommen. 10 weitere junge Mütter stehen auf der Warteliste.
Gelder werden benötigt, um ihre Gebühren zu bezahlen.
Unterstützung für Schüler: Wir werden weiterhin Schüler der lokalen Schulen unterstützen, indem wir Lernmaterialien spenden, Schulbücher verleihen und die Lehrer beraten und unterstützen.
Gelder werden insoweit für die jährliche Spende an Lernmaterialien für 350 Grundschüler und 150 Oberschüler benötigt sowie für den Kauf von Schulbüchern und Hilfsmaterialien für die AMURTEL Bibliothek.
Dorffestivals: Zweimal im Jahr, im Juni und im Dezember, organisieren wir ein kulturelles und pädagogisches Programm für jedes Dorf. Diese sind wichtige Verbindungsglieder zwischen dem Zentrum und den Dörfern. Mithilfe von Universitäts-Theatergruppen, Clowns, Musikern und internationalen Praktikanten bereichern wir das Leben der Menschen und festigen ihren Gemeinschaftssinn. Insgesamt 450 Kindern profitieren hiervon jeweils.
Gelder werden benötigt, um das Material zu kaufen, das für die Vorführungen und Bastelarbeiten benötigt wird, sowie für die Beförderung der Theatergruppen.
Touristenstand: Letztes Jahr ließen wir eine Firma für natürliche Produkte mit dem Namen „Vita Lotus“ eintragen, um das Zentrum finanziell zu unterstützen. An Wochenenden fahren viele Touristen aus Caracas auf dem Weg an den Strand über die Straße vor unserem Land. Unser Plan ist es, einen Touristenstand aufzubauen. Im Moment verkaufen wir an verschieden Stellen Honig von unseren Bienenschwärmen (mehr als 400kg pro Jahr), medizinischen Noni-Saft, getrocknete Neem-Blätter, und frische Produkte wie Papaya, Limonen und Gemüse. Wir werden auch Produkte von verschiedenen Genossenschaften in der Gegend verkaufen. So können wir die Genossenschaften unterstützen und andere Initiativen der lokalen Bevölkerung, um Geld zu verdienen.
Gelder werden benötigt, um Land für organische Landwirtschaft zu entwickeln, um einen Touristenstand mit einem sicheren Parkplatz zu bauen und das Geschäft zu entwickeln.